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Chronik
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Anhand alter Schützenscheiben, welche auf dem Speicher des alten Wirtshauses in Großinzemoos gefunden wurden, ist bewiesen, dass es in Großinzemoos mindestens in der Zeit von 1911- 1928 schon einen Schützenverein mit dem Namen „Jagabluat" gegeben hat.
Bei der Familie Felsl ist neuerdings eine gestiftete Schützenscheibe aus dem Schießjahr Jahr 1932/33 aufgetaucht. Somit muß das früher angenommene Jahr 1928 als Vereinsauflösung korrigiert werden. Über den Grund der damaligen Auflösung des Vereins ist nichts überliefert. Es ist anzunehmen, dass die damalige wirtschaftliche und politische Situation die Ursache war. Ältere Bürger wussten aus der mündlichen Überlieferung heraus zu berichten, dass es hier schon um 1900 einen sehr aktiven Schützenverein gegeben hat. Leider läßt sich dies bis heute, trotz intensiver Nachforschung nicht beweisen. Ausser den oben erwähnten Schützenscheiben und einem kleinen Kästchen mit der Aufschrift „Jagabluat Großinzemoos" wurde uns vom alten Verein nichts überliefert.

Zum 25-jährigen Pfarrjubiläum Ihrem Ehrenmitglied Hochw. Hr. Pfarrer Mettenleitner gewidmet. Die Schützengesellschaft "Jagabluat Großinzemoos" 1887-1912.
Aufschrift: Schützengesellschaft Jagabluat

Auch der angeblich vorhandene Vereins-Zimmerstutzen ist unauffindbar geblieben. Nach dem Kriegsende 1945 und den schlechten Nachkriegsjahren hatte zunächst jeder mit sich selber zu kämpfen. Vereinsgründungen und Wiedergründungen von Schützenvereinen fanden im Bereich der heutigen Einheitsgemeinde Röhrmoos erst ab 1956 statt. Den Anfang machte 1956 Biberbach, es folgten 1957 Riedenzhofen, 1958 Sigmertshausen und 1959 Röhrmoos. In Großinzemoos tat sich diesbezüglich bis 1963 nichts.


1962 bezog der aus Röhrmoos stammende Franz Thaler mit seiner Familie seinen Neubau in Großinzemoos. Zuvor lebte er nach der Eheschließung mit seiner Frau drei Jahre in Sigmertshausen. Dort war er ab 1960 Mitglied im Schützenverein. Nach der Übersiedlung nach Großinzemoos begab er sich nach einem Fußballspiel der Münchner Löwen noch zum Starkbierausschank auf den Nockherberg. Dabei waren die Großinzemooser Johann Fischhaber, Herbert Wallner, Hans Fischer, Adolf Luthner und Sepp Bichl. Thaler ergriff die Gelegenheit und machte diesen Großinzemoosern die Gründung eines Schützenvereins schmackhaft. Die obig Aufgeführten und Eduard Blank informierten viele andere Großinzemooser Männer und Burschen über dieses Vorhaben. Ermutigt durch die gute Resonanz wurden von Thaler im April 1963 zwei Versammlungen im damaligen Gasthaus Brummer einberufen.


Thaler erklärte den Erschienenen Einzelheiten des Schießsports und die Bedeutung eines Schützenvereins für eine intakte Dorfgemeinschaft. Die Anwesenden waren von diesem Gedanken sehr begeistert und beauftragten Thaler zum 20 April 1963 eine Gründungsversammlung einzuberufen. Bei dieser traten 42 Männer und Burschen sowie die Wirtin Anna Brummer dem Verein bei.


Als 1.Vorstand wählte man Franz Thaler, sein Stellvertreter wurde Michael Reischl. 1. Kassier Sebastian Quin, 2. Kassier Rudolf Schöll 1. Schriftführer Alban Wildgruber,  2. Schriftführer Josef Bichl.  Waffenwart: Adolf Luthner
Auschussmitglieder: Otto Huber, Paul Einertshofer, Karl Schallmair, Georg Schöll sen., Franz Fischer, Eduard Blank.


Nun stand der Verein. Bis zum geplanten Anfangschießen im Herbst gab es aber viel zu klären und zu organisieren. Vor allem die finanziellen Mittel für die Schießstände, für Gewehre, Scheiben und Munition mußten beschafft werden. Pro Monat und Mitglied kassierten wir in den nächsten Monaten 0,50 DM. Franz Karch stiftete einen kompletten Schießstand. Franz Thaler stellte in der ersten Schießsaison seinen Zimmerstutzen der Allgemeinheit zur Verfügung. Bei der ständig zunehmenden Mitgliederzahl war es aber unmöglich, mit einem Gewehr auszukommen. Das Ansuchen an den Bierlieferanten, ein Gewehr zu stiften, wurde zunächst abgelehnt. Dann erklärte man sich bereit, sich zur Hälfte an einem Gewehrerwerb zu beteiligen. Man gab dem jungen Verein keine lange Lebenserwartung. Nach weiteren langwierigen Verhandlungen stiftete die Müller Brauerei dann doch noch 230 DM, soviel kostete damals ein gutes Luftgewehr. Beim alten Verein schoß man laut Aussage von Gastwirt Lorenz Brummer von der Wirtsstube aus in die Speisekammer hinein. Dies war jetzt wegen der Sicherheitsvorschriften natürlich nicht mehr möglich. So entschloss man sich, einige Schießstände im Tanzsaal  (im alten Wirtshaus) zu errichten.

Altes Gasthaus Brummer

Im Sommer 1963 nahmen ca. 35 Großinzemooser Schützenvereinsmitglieder an der Fahnenweihe des Schützenvereins „Glück Auf  Sigmertshausen" teil. Mangels Schützenanzügen trug man schwarze Hose, weißes Hemd und grüne Krawatte. Mit dieser einheitlichen Kleidung bekam man sowohl beim Kirchenzug, als auch beim Festzug am Nachmittag reichlich Beifall der Zuschauer. Der erste Auftritt war geglückt und gab dem Verein viel Selbstvertrauen. Die Mitgliederzahl war inzwischen auf 68 angestiegen, wovon 46 am 22.November1963 zum Eröffnungsschießen erschienen.


Leider wurde dieser Abend durch die Nachricht von der Ermordung des Amerikanischen Präsidenten Kennedy überschattet. Die Einnahmen durch die rege Schießbeteiligung machten bald die Beschaffung eines weiteren Gewehres und zwei weiterer Schießstände möglich. Die erste Weihnachtsfeier wurde mit einer Christbaum Versteigerung verbunden. Viele Vereinsmitglieder und auch Nichtmitglieder brachten Versteigerungsgegenstände, Wein, Torten, Kuchen usw. mit. Nach Abzug aller Unkosten verblieb dem Verein ein Reingewinn von ca. 1.300 DM. Dies war damals eine stattliche Summe. Erster Schützenkönig wurde Adolf Fischhaber. Beim Schützenball wurde ihm die vom Jagdpächter Beckmann gestiftete Schützenkette überreicht. Nachdem diese noch sehr leer war, haben die Gastwirtin Anna Brummer und Paul Einertshofer mehrere alte Silbermünzen als Anhänger gestiftet.


1965 hat Vorstand Thaler wegen verschiedener Differenzen mit den Wirtsleuten sein Amt als 1. Vorstand niedergelegt. Nachfolger wurde zunächst kommissarisch, dann gewählt, der bisherige 2. Vorstand Michael Reischl. Durch die sehr positive Entwicklung des Kassenstandes wurden schon 1965, also 2 Jahre nach der Vereinsgründung, Stimmen laut: „Wir sollten uns eine Vereinsfahne beschaffen"! Nun, für so ein Vorhaben müssen neben Geld noch viele andere Faktoren berücksichtigt werden. Ein preiswerter Fahnenhersteller, Patenverein, Zeltverleiher, Festwirt und mehrere Musikkapellen mußten gefunden und verpflichtet werden. Die Schützenvereine der näheren Umgebung mußten eingeladen werden. Trotz  der Warnung  vom Vorstand eines  renommierten Dachauer Schützenvereins ließ man sich von dem Plan, neben der Fahnenweihe und einen Heimatabend und ein großes Preisschießen durchzuführen, nicht mehr abbringen. Mit Rat und Tat wurden wir von einigen Einsbacher Schützen sehr gut unterstützt. Als Termin der Fahnenweihe legte man Sonntag den 26. Juni 1966 fest.



Patenverein war der Schützenverein „Glück Auf" Sigmertshausen. Das große Preisschießen, zu welchem fast 500 Schützen aus der näheren und auch weiteren Umgebung kamen dauerte 10 Tage und fand zwei Wochen vor der Fahnenweihe statt. Die Preisverteilung und der Heimatabend fanden am Abend vor der Fahnenweihe statt. Nachdem das große Zelt, welches wir für die Fahnenweihe bestellt hatten zum Preisschießen nicht frei war, mussten wir zunächst ein kleineres Zelt aufstellen. 15 -20 Vereinsmitglieder mussten deshalb je zweimal beim Zeltaufbau und Abbau aktiv mitarbeiten. In Schießrichtung mussten mehrere hundert Quadratmeter Schutzwände errichtet werden. Zum Eröffnungsschießen sind nicht besonders viele Schützen gekommen. An den folgenden Tagen bzw. Abenden waren die 23 Schießstände dann aber sehr gut belegt. Es war in dieser Zeit immer etwas regnerisch, was der Schießbeteiligung zu gute kam.
Ein Großteil der Preise für die „Festscheibe" wurde von Geschäftsleuten und auch von Privatleuten gestiftet. Beim „Zusammenfechten" der Sachpreise war Alois Voggenreiter sehr aktiv. Zum Preisschießen kamen fast 500 Schützen aus der näheren und weiteren Umgebung. Die Preisverteilung des Fahnenweihschießens fand einige Stunden vor dem Heimatabend statt.

Viele Preisgewinner sind gleich zum Heimatabend hier geblieben. Auch der Heimatabend, bei welchem weitgehend Musik- und Gesangsgruppen sowie Trachtler aus umliegenden Orten auftraten war ein voller Erfolg. Erst gegen Mitternacht kamen die Verantwortlichen ins Bett. Aber am nächsten Morgen um 6 Uhr mussten sie schon wieder am Festplatz sein. Schon in der Nacht hat es leicht geregnet und am Tag der Fahnenweihe war das Wetter sehr unbeständig. Sowohl nach dem Festgottesdienst als auch nach dem Festzug am Nachmittag, setzten Regenschauer ein, sodass die jeweils am Festzugende Marschierenden laufen mussten, um noch trocken ins Festzelt zu kommen. An der Fahnenweihe haben 58 Vereine teilgenommen. Auf dem Rückweg vom Festgottesdienst, welcher am Mayr Stadel stattfand, machte man am Kriegerdenkmal halt und gedachte der Gefallenen der beiden Weltkriege.

Fahnensegnung 26.06.1966 - Pfarrer Schmalz
Fahnensegnung 26.06.1966 - Mayr-Stadl

Den Kirchenzug am Vormittag und den Festzug am Nachmittag hat die Knabenkapelle Dachau angeführt. Zwei weitere Musikkapellen waren im Festzug integriert. Trotz des relativ unsicheren Wetters waren beim Festzug die Straßenränder dicht gesäumt mit Zuschauern.

Kirchenzug Fahnenweihe 26.06.1966
Der Festzug bewegte sich zunächst zum östlichen Ortsrand. Dort kehrte man um und marschierte zum westlichen Ortsrand, dann ging es zurück zum Festzelt. Dieses war dort aufgestellt, wo sich heute der südliche Parkplatz des Gasthauses Brummer befindet.
Dem Gastwirt und auch der Brauerei war das finanzielle Risiko zu groß, das Festzelt zu übernehmen. Wie schon mehrmals im Rahmen dieser Feier, hat dann Vorstand Reischl die finanzielle Haftung übernommen.  Sehr erfreulich war dann die Endabrechnung der dreifach Feier. Nach Abzug aller Kosten verblieb dem Verein die stattliche Summe von ca. 10.000 DM. Dies war 1966 ein riesiger Betrag.

In der Schießsaison 1965/ 66 wurde im Gau Dachau die Punktrunde eingeführt. Anhand der guten Schießergebnisse wurde Großinzemoos gleich in die A-Klasse, der damals höchsten Klasse, eingestuft. Zunächst starteten wir mit einer Mannschaft, später waren es bis zu vier. Die Schießvoraussetzungen im alten Wirtshaus Saal (wackeliger Boden usw. ) waren sehr schlecht.
Nach langen Überlegungen und Verhandlungen sowohl mit dem Wirt als auch mit dem Bierlieferanten kam man zum Entschluß, auf dem Grundstück des Wirtes, unmittelbar neben dem Wirtshaus,  im Erbbaurecht (66 Jahre) ein Schützenheim zu errichten. Im Herbst 1967 war Baubeginn. In über 11000 unentgeltlichen Arbeitsstunden haben die Mitglieder in rund einem Jahr ein Bauwerk erstellt, welches neben dem Schießsport auch für Tanzveranstaltungen, Hochzeiten, größere Versammlungen usw. geeignet war.

Schützenheimbau 1967
Das neue Schützenheim 1967

Zunächst hat man 14 Schießstände installiert. Wegen neuer Vorschriften mußte man später auf 13 reduzieren. Dies war damals im Gau Dachau und darüber hinaus die größte und modernste Schießanlage. Den Rohbau finanzierten der Wirt und die Müller Brauerei Pfaffenhofen. Den Innenausbau finanzierte der Schützenverein. Die Ausbauarbeiten wurden wieder von den Mitgliedern vorgenommen. Fahnenweih Preisschießen, Heimatabend, Fahnenweihe (im Jahr 1966 ), sowie der Bau des Schützenheimes 1967/68 und viele andere Maßnahmen erfolgten unter dem rührigen Vorstand Michael Reischl. Reischl hat den Verein über 30 Jahre lang hervorragend geführt, dann gab er sein Amt ab in jüngere Hände. Um wieder zu Geld zu kommen, hat der Schützenverein nach Fertigstellung des Schützensaales in diesem Tanzveranstaltungen durchgeführt. Diese waren einige Jahre sehr gut besucht, sodass die Vereinskasse bald wieder einen erfreulichen Stand hatte. Jagabluat belegte in den vergangenen Jahrzehnten bei den Gaumeisterschaften häufig Spitzenplätze und stellte auch einige Male den Gauschützenkönig bzw. die Gauschützenkönigin. 1977 wurde durch Jagabluat das Gemeindepokal Schießen ins Leben gerufen. Die fünf Schützenvereine der Gemeinde Röhrmoos nahmen alljährlich daran teil. Bei den Weihnachtsfeiern spielten Vereinsmitglieder bis 1996 Theaterstücke auf einer provisorischen Bühne. Um den Theaterspielern bezüglich Bühne mehr Möglichkeiten zu schaffen, wurde 1996 an der Westseite des Saales eine moderne Bühne angebaut.

Neuer Bühnenanbau 1996

Diese dient jetzt bei Hochzeiten und Volkstänzen auch den Musikkapellen als Podium. Dadurch haben im Saal jetzt noch mehr Personen Platz. Zur Energie Einsparung wurde 2002 das Dach des Saales mit dick isolierten Alubahnen neu eingedeckt. Im Jahr 2004 wurde das Innere des Saales modernisiert. Bühnenbau, Dachumdeckung und Saalmodernisierung fanden unter Vorstand Michael Christoph statt. Bühnenbau und Dacherneuerung führten die Vereinsmitglieder kostenlos aus. Bei der Saal Innenrenovierung wurde die gesamte Holzdecke von Mitgliedern kostenlos von braun auf weiß umgestrichen.     
Ab 2004 ist nun Sigi Kistler 1. Vorstand. Auch er ist ein sehr aktiver Vorstand.
Schon bevor Kistler das Amt des 1. Schützenmeisters übernahm, waren er und seine Frau Perpetua jahrelang als Organisatoren von Weihnachtsfeiern, Jubiläumsfeiern, Vereinsausflügen usw. tätig. Vor seiner Amtszeit als Vorstand war Kistler als 1. Kassier tätig.


Im Jahre 2006, also 40 Jahre nach der Fahnenweihe wurde die Fahne restauriert und neu geweiht (gesegnet). Nach der kirchlichen Feier traf man sich zusammen mit den Mitgliedern des Patenvereins Sigmertshausen zu einem Festabend im Schützensaal.

Fahnenrestaurierung und -segnung 2006

Seit 2010 ist Christian Schirmer der 1. Vorstand. Er und weitere Vereins- Funktionäre haben die Feier zum 50jährigen Bestehen des Vereines, die am Sonntag den 7. Juli 2013 stattfand, bestens vorbereitet. Für den Freitag vor der Feier hat man einen Abend mit dem bekannten Kabarettisten Helmut Schleich organisiert. Um an diesem Abend finanziell über die Runden zu kommen, wurde der Schützensaal nur bestuhlt. Dazu benötigte man 800 Stühle, die man zum Teil in Indersdorf ausgeliehen hat.
Man kann sagen, die Veranstaltung war ausverkauft und für die Gäste, den Veranstalter und auch für den Kabarettisten war es ein gelungener Abend.
Am Sonntag den 7. Juli 2013 trafen gegen 8 Uhr morgens die geladenen Vereine ein. Dies waren die Schützenvereine ,,Tannengrün" Biberbach, ,,Eichengrün" Riedenzhofen, ,,Gemütlichkeit" Röhrmoos und der Patenverein ,,Glück auf“  Sigmertshausen.
Aus Großinzemoos nahm der Krieger- und Veteranenverein teil. Die Blaskapelle Schönbrunn begrüßte die Gäste musikalisch. Nach dem traditionellen Weißwurstessen stellte man sich auf zum Kirchenzug. Der Weg war nicht weit, der Altar und die Sitzbänke für die Gottesdienstteilnehmer waren im ,,Hacker Hof“ aufgestellt. Den Festgottesdienst, an dem eine große Zahl von Schützen und Dorfbewohnern teilnahm, zelebrierte Pfarrer Prof. Dr. hab. Miroslaw Szatkowski.



Nach der kirchlichen Feier bewegte sich der Festzug durch Großinzemoos. Am Ende Stellte man sich zum Erinnerungsfoto auf. Anschließend wurde im Schützensaal im Beisein aller Gäste das Mittagessen eingenommen. Verschiedene Ansprachen und Ehrungen ließen die Stunden dann rasch vergehen. Besonders geehrt wurden Paul Einertshofer, Georg Christoph sen. und Franz Thaler. Diese Drei haben an allen 50 Vereinsmeisterschaften mit Erfolg teilgenommen Gründungsmitglied Franz Thaler, 1963 Hauptorganisator bei der Vereinsgründung, brachte den Versammelten in einer Dia-Show die Entstehung des Vereines und den Werdegang in den vergangenen 50 Jahren näher.
Zum Abschluss der gelungenen Feier gab es dann noch Kaffee und Kuchen. Letztere wurden von den Damen des Vereines kostenlos bereitgestellt. Gegen 17 Uhr löste sich die gelungene Feier auf.


 

Nach dieser Veranstaltung dachte man, es würden nun einige ruhigere Jahre folgen. Dem war aber nicht so, denn bald kam Gastwirt Armin Brummer auf den Schützenverein mit einem Angebot zu.
Er unterbreitete den Vorschlag, der Schützenverein könnte seine Schießanlage vom Schützensaal in die geräumige Kegelbahn im Keller verlegen, welche er aufzugeben beabsichtige.

Die vier Kegelbahnen waren alt geworden und deren Reparaturen und Erneuerungen hätten viel Geld verschlungen. Da im Laufe der Jahre auch die Benützung stark nachgelassen hat, kam für Brummer eine Instandsetzung und Modernisierung nicht mehr in Frage. Das Wechselangebot an den Verein, vom Saal in den Keller umzuziehen löste bei den Schützen heftige Diskussionen aus, da mit dieser Maßnahme auch viel Arbeit und vor allem ein enormer finanzieller Aufwand notwendig werden würde. Einig ältere Mitglieder, welche bei der Erbauung des Schützenheimes in den Jahren 1967 /68 viele unentgeltliche Arbeitsstunden geleistet hatten, standen dem Auszug aus dem Saal verständlicher Weise zunächst besonders skeptisch, ja ablehnend gegenüber. Die jüngere Generation sah in dem Wechsel eine positive Entwicklung. Wie schon erwähnt, das Schützenheim wurde 1967/68 in über 11000 unentgeltlichen Arbeitsstunden der Mitglieder in Erbpacht auf 66 Jahre auf einem Grundstück von Gastwirt Brumm er erbaut. Der Erbpachtvertrag wurde 1969 abgeschlossen.

Seitdem sind nun bis 2015 schon fast 46 Jahre vergangen. Das bedeutet, der Saal würde dem Verein nur noch rund 2o .Jahre zur Verfügung stehen. Nach mehreren Gesprächen und Verhandlungen war Gastwirt Brummer bereit, die umzubauende Kegelbahn dem Verein für 25 Jahre zu überlassen. Bei Vereinsabenden und Versammlungen gab es zwar immer noch heiße Diskussionen, nachdem aber auch bei der alt gewordenen Schießanlage im Saal größere Investitionen notwendig geworden wären, wurden die Befürworter eines Umzuges immer mehr. Nachdem Vorstand Christian Schirmer mit seinen Vorstandschaft - und Ausschusskollegen dem Gastwirt noch das eine oder andere Zugeständnis abringen konnte, wurde bei der Jahres Hauptversammlung im März 2015 der Umzug zum Hauptthema. Anwesend waren 52 stimmberechtigte Mitglieder. Auf einer großen Leinwand wurden die Umbaumaßnahmen und der  Finanzierungsplan detailliert gezeigt.


Bei der nachfolgenden Abstimmung über das Vorhaben zeigte die gute Informations- und  Vorbereitungsarbeit ihre Wirkung. Fast alle Stimmberechtigten stimmten für den Umzug.

Die vorläufig geschätzten Kosten für den Ausbau und die 12 modernsten Schießstände liegen bei etwas über 100 000 Euro. Die Finanzierung ist durch Eigenkapital, Eigenleistung (bis jetzt 3800 unentgeltliche Arbeitsstunden), Spendenaktion und verschiedene Zuschüsse gesichert.


Die Zusage vieler Schützen, beim Umbau der Kegelbahn zur Schießstätte kräftig mitzuarbeiten war für die Vorstandschaft ein gutes Zeichen. Nach Beendigung der Schießsaison 2014/15, im Frühjahr 2015, hat man angefangen, die vier Kegelbahnen und viel darum herum abzubauen. Ca. 15 Mitarbeiter haben an den zwei folgenden Samstagen alles heraus gerissen was weg musste.


Das Rausgerissene füllte mehrere Abfall Container. Alle angefallenen Arbeiten aufzuzählen würde den Rahmen dieses Berichtes sprengen. Nachdem alles nicht mehr Verwendbare herausgenommen war, fing man sofort an, die Wände mit Rigips Platten zu verkleiden. Auch der alte Fußboden wurde herausgerissen und mit OSB Platten neu aufgebaut. Die vielen Zwischenwände für die einzelnen Räume wurden in Trockenbauweise ausgeführt. Die Hohlräume in diesen Wänden wurden gut isoliert, dann mit OSB Platten und auf diesen mit Rigips Platten verschlossen. Nachdem Samstag für Samstag 15 und mehr Mitglieder zur Mitarbeit erschienen, gingen die Arbeiten zügig voran. Die größte zeitliche und technische Herausforderung war die erforderliche F 90 Brandschutzdecke zur darüberliegenden Restaurantküche.

Gastwirt Brummer stellte erfreulicher Weise jeden Samstag das Mittagessen für alle Mitarbeiter kostenlos zur Verfügung. Einige Rentner, welche körperlich nicht in der Lage waren mitzuarbeiten, spendeten für die fleißigen Mitarbeiter Freibier.

Planungsabwicklung und Genehmigungsverfahren führten Christoph Michaela und Michael aus. Unter der Regie von unseren Schreinermeistern Schirmer Christian und Eichinger Günther wurden alle Umbauarbeiten erledigt. Viele der Mitarbeiter waren branchenfremd. Bankkaufleute, Versicherungsfachleute, Metallberufler, Rentner, auch Frauen und einige Jugendliche sägten, schraubten, klebten, spachtelten, schliffen und pinselten unermüdlich.
Die gesamte Elektrik und Elektronik installierte Michael Wallner, wobei bei der Verlegung der vielen Kabel Vereinsmitglieder tatkräftig mit halfen. Die Heizung wurde von Franz-Josef Wolf umgebaut.



Die Schießanlage hat 12 Stände, welche elektronisch gesteuert sind. Zwei dieser Stände sind für die Kinder, welche an diesen mit dem Laser Gewehr das Schießen gefahrlos erlernen können. Das Anfangsschießen der Saison 2015/16 musste man noch an den alten Schießständen vornehmen, da an den neuen Ständen die Elektronik noch nicht ganz installiert war. Inzwischen läuft der ganze Schießbetrieb in der neuen, sehr geräumigen  Schießanlage ab. Diese ist zwar noch etwas gewöhnungsbedürftig, erfreut sich aber reger Benützung.

Nachwuchsförderung wurde in all den Jahren des Vereinsbestehens sehr intensiv betrieben. Leider springen dann aber die Nachwuchs Leute häufig ab, wenn sie in das Alter von etwa 15/16 Jahren kommen. Trotz  des  Problems des Absprunges sind aber im Laufe der Jahre aus dem Verein immer wieder gute Schützen und Schützinnen hervorgegangen.


Jagabluat Großinzemoos besteht nun seit dem Jahre 1963. In dieser Zeit gab es neben den aufgeführten Höhepunkten viele, viele Weitere. An dieser Stelle ist es aber unmöglich, all diese aufzuführen.
Die jeweils amtierende Vorstandschaft hat im Laufe der vergangenen Jahrzehnte folgenden Mitgliedern, für ihren selbstlosen und ausserordentlich großen Einsatz zum Wohle des Vereins, die Ehrenmitgliedschaft verliehen
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Ehrenvorstände:
Michael Reischl (+ 25.09.2009)
Michael Christoph


Ehrenmitglieder:
Wildgruber Alban (+ 23.08.2010)
Einertshofer Paul sen.
Thaler Franz
Mair Hans
Schallmair Karl
(+ 13.11.2008)
Fischer Marlene
Christoph Georg sen.

Verfasser der Chronik:
Ehrenmitglied Franz Thaler




               Zur Erinnerung
                    an unsere
        verstorbenen Mitglieder

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